Langjährige
Haftstrafen für Online-Oppositionelle in China
Ein Gerichtshof in Peking
hat vier Oppositionelle, die Berichte im Internet veröffentlicht
hatten, zu Haftstrafen zwischen acht und zehn Jahren verurteilt.
Die Verurteilten befinden sich bereits seit 20 Monaten in Untersuchungshaft.
Ihre Gruppe "neue Jugendgesellschaft" hatte es sich zum
Ziel gesetzt, demokratische und soziale Reformen zu untersuchen
und dabei regierungskritische Berichte im Internet veröffentlicht.
Einer der Verurteilten hatte vor Gericht berichtet, er sei im Gefängis
brutal gefoltert worden, berichtet eine chinesische Menschenrechtsorganisation.
Nach Schätzungen der Organisation "Reporter ohne Grenzen"
beschäftigt die chinesische Regierung 30 000 Mitarbeiter, die
das Internet nach verdächtigen Inhalten durchsuchen -- diesen
Angaben zufolge sind bereits 36 Menschen in China wegen ähnlicher
Vergehen in Haft genommen worden.
Vor rund 14 Jahren, am 4. Juni 1989 hatte die chinesische Regierung
die Demokratisierungsbewegung blutig niedergeschlagen. Beim Massaker
auf dem Tiananmen-Platz kamen nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen
mehrere tausend Demonstranten ums Leben. (uma/c't)
Original
unter: http://www.heise.de/newsticker/meldung/37215